Schüco-Firmenlauf 2018: Eine Erzählung

Es musste für den einen oder anderen Anwohner der Nikolaus-Dürkopp-Straße sicherlich seltsam anmuten, dass mit Beginn der späten Frühlingsmonate des Jahres 2018, Woche für Woche fortwährend immer zahlreicher aufgestellte Grüppchen in schwarz-gelber Montur, in den frühen Abendstunden aus dem Tor der ehemaligen Dürkopp-Werke ausschwärmten, um gemeinsam um die Wette zu keuchen. Schließlich waren sie außer Stande auch nur ansatzweise zu erahnen, dass es sich bei diesem Unterfangen um nichts weniger, als die intensive Vorbereitung auf eines der wichtigsten sportlichen Ereignisse unserer Zeit handelte: den Schüco-Firmenlauf.

 

Und diese Vorbereitung sollte es in sich haben. Nie für möglich gehaltene Bestzeiten wurden in regelmäßiger Manier unterboten. Astronomisch anmutende Distanzen wurden in Windeseile mit Leichtigkeit zurückgelegt. Und kein Muskelkater und keine nicht (oder doch) gerauchte Zigarette sollte die symmedianer von ihrem Ziel abbringen, an die Erfolge des Vorjahres anzuknüpfen, um ihre Räumlichkeiten mit einer weiteren glänzenden Trophäe schmücken zu können. Mit größter Sorgfalt wurden zu diesem Zweck zahllose wissenschaftliche Studien zu Rate gezogen, die es ihnen ermöglichen sollten, unter Einnahme besonderer kraftspendender Substanzen auch noch das letzte Quäntchen Leistung aus sich heraus zu holen. (Um auch in folgenden Jahren diesen eklatanten Wettbewerbsvorteil nicht einbüßen zu müssen, sind bereits zu diesem Zeitpunkt sämtliche Vorräte des speziellen Gemüsesaftes der nächsten Jahre in allen deutschen Supermarktketten auf unbestimmte Zeit leergekauft worden)

Und schließlich war es soweit. An jenem sonnendurchtränkten Sommerabend fanden sich zu ihrer eigenen Überraschung tatsächlich knapp 30 symmedianische Läuferinnen und Läufer, umringt von nochmal etwa genauso vielen UnterstützerInnen, vor der Schüco Arena wieder. Letzte taktische Raffinessen wurden ausgetauscht und der Support wurde mit allerlei stimmungsmachendem Utensil ausgerüstet, welches im Vorfeld in ausreichender Stückzahl beschafft worden war. Und ehe man sich versah, war der Startschuss auch schon gefallen.

 

Die ausgiebige Vorbereitung sollte ihren Zweck nicht verfehlt haben. Getrieben durch ein von den Seiten der Strecke ausgehendem atemberaubenden Getöse, wurde die Adrenalinproduktion unserer Probanden an ihr Äußerstes geführt und ließ sie, etwaig anfallende Anziehungskräfte der Erde einfach vergessen.

 

Der Jubel, als nach und nach immer mehr symmedianische LäuferInnen ihren Weg auch ohne Navi über die Ziellinie in der Schüco Arena fanden, kannte keine Grenzen. Wenngleich sich das Erkennen eben jener, aufgrund ins Dunkelrote tendierender Farbtöne im Gesichtsbereich, als durchaus schwierig gestaltete.

Nach der erfolgreichen Durchführung diverser Wiederbelebungsmaßnahmen und dem Wiederauffüllen verbrauchter Kohlenhydrat- und Fettreserven, kam es, wie es kommen musste. Der (eine!) Pokal, fand zum wiederholten Male seinen Weg in die Hände der symmedianer und schuf somit Platz für die Schaffung unzähliger weiterer urbaner Mythen. Ausgelassen und (freude-)trunken wurde die Trophäe in den eigenen Reihen empfangen und schließlich sicher in der firmeneigenen Kutsche verstaut.

An dieser Stelle verliert sich die Geschichte und über den weiteren Verlauf des Abends könnten allerhöchstens Mutmaßungen angestellt werden. Um den Pfad der Wahrheit jedoch nicht zu verlassen, wird die Narration hier zum Ende gebracht und mit dem Verweis auf den Blick in Richtung eines hoffentlich ebenso erfolgreichen und unterhaltsamen Firmenlaufes im Jahr 2019, geschlossen.

 

Julian